Kristallzweifel
Ein einzelner Kristall, geboren ohne Hast,
vom grauen Schleier eines verträumten Himmels,
zittert und sinkt in unvollkommener Last,
ein erster Flaum, von seinem Reich entstellt.
Er kennt die Erde nicht, noch den intakten Gipfel,
nur die Leere, die ihn zieht, der unbekannte Hafen.
Kein Spurenzeichen, ein Pfad nie beschritten,
kein Bruder, der ihm zeigt, wohin er muss.
Ein eisiger Windhauch, ein enthülltes Flüstern,
schiebt ihn langsam durch Wolken und neue Prüfungen.
Wird er ein flüchtiges Eis, ein zerbrochener Traum?
Oder ruht er leicht auf Blättern, unter einem Dornenbusch?
Die Melancholie einer einsamen Reise,
eines Schicksals, geschrieben, doch noch verborgen.
In seinem kalten Herzen, ein leises Gemurmel:
„Jeder Fall ist eine Geste, eine blühende Blume.“
Und obwohl er sein finales Szenario nicht kennt,
lässt er sich fallen, ein Kuss an die Welt gegeben.