Regenabdruck
Der Regen fällt auf die vergilbte Seite,
ein vergessenes Zeitungsblatt,
vom neugierigen Wind im Hosentaschenfach,
und die Zeit biegt sich zwischen seinen Zeilen.
Jeder Tropfen drückt eine Erinnerung auf das Weiß,
eine alte Sonntagszeile wird wieder sichtbar,
zwischen zerknitterten Titeln und zitternden Händen,
die Tinte schläft und erwacht dann.
Die Tasche ist ein kleiner Flurraum,
der Regen kratzt Buchstaben wie einen Schlüssel,
Namen, Orte, Stimmen kehren im Schweigen zurück,
bis sie sich zwischen Papier und Regen erkennen.
Wenn der Regen stoppt, bleibt ein leises Echo,
eine trockene Erinnerung, die gegen die Zeit besteht,
die Seite atmet noch, ein feuchter Zeuge,
von dem Tag, an dem der Wind über uns las.