Nasse Zeit
Die Zeit entrollt das Papier, ein noch nasses Foto.
Die Tropfen zeichnen Umrisse, die auf dem Bild zittern.
Die Gegenwart hängt zwischen Flecken und Erinnerung.
Die Reflexionen des Regens jagen Worte, die nie eine Stimme hatten.
Sie laufen über die Ränder, suchen eine Aussprache, die nicht kommt.
Bleiben nur Wasserseufzer, die auf dem Glas zittern.
Wenn die Zeit sprechen könnte, wäre es im Schweigen dieses Bildes.
Die Stimme, die nicht da ist, sammelt sich, feucht, in der Luft.
Und wenn das Foto trocknet, bleibt nur ein blasses Gemurmel des Augenblicks.