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Versisognanti

Geschenkte Wurzeln

Der Kalender kaut die Tage und reißt sie aus der Zeit.
Eine Handvoll Stunden liegt am Boden, wie Winterasche.
Zwischen den Seiten bricht der Atem und entzündet sich neu.
Das Haus hält die Leere zwischen gestern und morgen fest.
Aus gestohlenen Momenten nähren sich Wurzeln unerfüllter Träume.
Sie empfangen Stunden, die niemals das Sonnenlicht sehen werden.
Unter der Erde lernen die Keimlinge den Geschmack der Stille.
Das Harz wird zum Gedächtnis dessen, was nicht war.
Der imaginäre Baum streckt seine Äste in einen Himmel, der nicht existiert.
Die Knoten der Erde zählen die Tage, die niemals erlöschen werden.
Das unterirdische Gras atmet das Versprechen eines stillen Frühlings.
Jede Wurzel wächst, indem sie die verbleibende Abwesenheit nährt.
Wenn eines Tages die Zeit die gestohlenen Tage zurückgibt,
erinnern sich vielleicht die neuen Bäume daran, nie geboren worden zu sein.
Bis dahin streichelt der Kalender immer noch den Schatten des Waldes.
Und der Wald schreibt seine Geschichte aus Wurzeln in den Boden.

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