Wolken in der Schublade
Eine Wolke, leicht, streift den Boden.
Flüstert zwischen Falten vergilbter Blätter.
Findet im Schrank die Fotos, Hüter der Zeit.
Legt die Stirn an die abgebildeten Gesichter.
Ein Lächeln ändert Ton, für einen Schlag.
Die Erinnerung löst sich, wie ein Schloss dem Wind weicht.
Die Bilder öffnen sich bei einem Regenstoß in der Küche.
Die Wolke blättert Seiten, malt einen Mini-Himmel.
Jeder Schnappschuss wird zum Fenster in eine ferne Zeit.
Dann geht sie hinaus, hinterlässt Geruch von Ozon und Kleber.
Der Schrank atmet aus, und das Rascheln verfliegt in der Luft.
Bleibt nur die Stille, die nach Regen und Licht schmeckt.