Garten aus Papier
An den Rändern der Zeit atmet der Papiergarten langsam.
Die Wurzeln blättern Stunden zwischen Falten alter Daten.
Blütenblätter öffnen sich rückwärts, zuerst das Echo, dann die Seite.
Die Sonne misst Milch wie eine Art verzögerter Anfang.
Hier blühen Erinnerungen rückwärts, von morgen zu gestern.
Die Farben entrollen sich zurück, hinterlassend Wasserspuren.
Die Rosen lesen die Geschichte vom abgeschlossenen Beginn.
Der Duft ist ein Gedächtnis, das nach seinem ersten Wort sucht.
Ich gehe durch die Papierfäden, und die Zeit zieht ihre Kleider aus.
Die Stunden reinigen sich von heute zum ersten Atemzug.
Ich sammle unreife Früchte, geboren aus der Idee eines gerade geborenen Tages.
Und im Schweigen beschließt der Garten erneut zu wachsen, hin zum Anfang.