Flüstern aus Leder
Verlassene Schuhe, lederne Münder, die den Mond trinken.
Jeder Stich verschluckt Schritte ohne Wiederkehr.
Der Wind führt durch die kleinen Schnürsenkel Staubschlüssel ein.
Sie singen leise, wie Steine, die das Meer erinnern.
Ihr Lied ist eine Kartographie vergessener Pfade
Namen geklebt unter Sohlen, Uhren ohne Zeit.
Die Schnürsenkel weben Alphabete, die keiner entschlüsselt.
Der Pflasterstein antwortet im Rhythmus müder Fersen.
Der Mond lässt sie sprechen bis zur Stunde, wo der Morgen die Stimme stiehlt.
Eine Katze lauscht, dann wendet sie sich ab; die Stadt geht weiter.
Bleibt doch ein Faden einer Note, ein Abdruck, der vibriert.
So bleibt das Geheimnis der Schuhe in der Nacht hängend.