Die vergessene Vernunft des Druckfehlers
Es ist nicht nur ein Versehen, kein stolpernder Finger,
sondern das feine Echo eines Sinns, das druckt
eine veränderte Zeile, einen Buchstaben woanders,
wie ein Saatkorn der Absicht, das sich im Versteck bewegt.
Es hat einen eigenen Schlag, einen verborgenen Atemzug,
diese unvollkommene Abweichung, die dem Diktat entgleitet.
Forse ist es eine andere Geschichte, die am Rande klopft,
ein schräger Gedanke, der kein Ende mehr kennt,
der im Nest von Bits Platz und Heimstatt findet,
ein anderes Lied, das die Zeit verfärbt.
Es ist der Nachhall eines Verbs, das nie ans Licht kam,
das in diesem kleinen Fehler sein Sein anbietet.
Und dort, wo das Zeichen eine abweichende Bahn nimmt,
birgt sich eine Logik, schwach und von Natur aus.
Eine Architektur, die nur wer versteht,
das Alphabet der Träume, im Dunkeln, erfasst.
Ein Flüstern des Chaos, das die Ordnung bricht,
und mit sich eine arkanes Schönheitsbild bringt.