Das Korn der vokalen Gestik
Unter dem Schleier feiner Zunge,
bevor der Hauch drückt und formt,
ruht das Same, der Schatten, der nicht färbt,
die stumme Form, die sich nicht wankt.
Noch kein Echo, noch ein stiller Schrei,
doch ein dichter Punkt, ein stummes Flüstern,
wo der Sinn von Zukunft schweigt, klar und rein,
auf Erlaubnis des Zukünftigen wartend.
Er trägt das Gewicht eines Federkiels,
das kühle Korn eines unberührten Gedankens,
eine Nicht-Farbe, die nicht verfließt oder entweicht,
ein Mikrouniversum aus verdichtetem Zeitgefühl.
Dort wohnt die Intention, noch ohne Gestalt,
ein Partikel Luft, das Sehnsucht ward,
ein Fragment Seele, noch nicht aufgelöst,
unbekannt dem Ohr, doch schon Flamme.
Dann streicht ein Atem ihn, ein innerer Wind,
und er löst sich auf, oder formt sich zu Melodie,
verliert sein Korn, seinen ewigen
Moment der Latenz, im Fluss.
Und bleibt nur der Klang, reine Vibration,
vergessen seinen vorlaufenden Zustand,
seine nackte, primordiale Textur,
das Schweigen, das sein Gründer war.
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