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Versisognanti

Wind schreibt neu

Der Wind tritt ein, unsichtbarer Bibliothekar,
blättert durch das Tagebuch deines Lebens;
der Staub tanzt zwischen den Seiten,
und die Zeit weicht, vibrierend im Atem des Papiers.
Er liest die Orthografie der Erinnerungen erneut,
korrigiert Daten, Namen und Gemütslagen;
die Worte kleiden sich in neue Schriften,
und Akzent richtet sich nach einer anderen Musik aus.
In den Rändern öffnen sich unerwartete Räume
Sätze, die zittern, Pausen, die leuchten.
Die Vergangenheit biegt sich, die Gegenwart erneuert sich,
während der Wind das Alphabet der Entscheidungen schreibt.
So atmet das Buch, es ist nicht geschlossen,
sondern offen für ein Morgen, das sich neu schreibt.
Jede Seite ist ein Atemzug, der bleibt,
jede Silbe ein Weg, der seine Richtung ändert.

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