Nebel an der Treppe
Die Erinnerung hüllt sich in ein Kleid aus Nebel.
Sie schlendert über die Stufen und weckt erloschene Dinge.
Jeder Faden verhüllt ein Gesicht, ein verblasstes Wort.
Der Boden hält die Zeit in einem langen Atemzug fest.
Von hinter der Treppe beobachtet es die Zeit im Schweigen.
Der Nebel ist ein Mantel, der nicht verrät.
Die Gegenwart zieht vorbei, lässt doch einen dumpfen Nachklang zurück.
Die Vergangenheit bleibt versteckt zwischen den Räumen.
Die Zeit hält an den Geländern inne, neugierig.
Der Nebel späht nach dem, was nicht laut ausgesprochen wird.
Die Stimmen schlafen in den Spiralen der Luft ein.
Erinnerungen entfachen sich wie kleine, unsichtbare Laternen.
Wenn das Licht erlischt, bleibt die Erinnerung eingehüllt.
Es späht noch immer die Zeit von hinter der Treppe aus.
Wir bleiben zusehen, mit leeren Händen und vollen Augen.
Und der Nebel schließt sich, lässt den Tag an seinen Zug.