Namen zwischen den Ästen
Der Atem der Zweige birgt verlorene Namen der Jahreszeiten.
Sie biegen sich im Wind wie Fäden von altem Seide.
Der Frühling flüstert in zartem Grün, der Sommer brennt im Schweigen,
und der Winter lauscht zwischen den Knoten des Stammes.
Im Stamm ist ein Alphabet der Zyklen eingraviert.
Jeder Knoten birgt eine Silbe, ein unsages Datum.
Der Herbst breitet goldne Blätter aus wie verlorene Siegel,
während die Erinnerung zwischen Rinde und flackerndem Licht atmet.
Wenn der Wind ruft, erwachen die Namen schüchtern.
Die Luft trägt sie zurück, wie sanfter Regen auf das Brot des Gedächtnisses.
Wir lernen zu wandeln mit den Jahreszeiten,
dem Atem der Zweige, Wächtern der atmenden Zeit.