Die Salzkarte der sich entziehenden Träne
Ein transparenter Schleier, langsam und schwer,
breitet sich auf Glas aus, ein flüchtiger See.
Sein Gewicht hat kein Echo, kein Schiff
durchschneidet seine schwarze Grenze.
Ein Augenblick der Welt, eingehüllt, dicht,
stiller Spiegel eines unsichtbaren Sinns.
Dann die Sonne, oder ein Hauch sanft und verweilt,
ruft ihn in den Himmel, löst seine Kante auf.
Die Grenze zerfällt, wird zu einem Hafen
einer Abwesenheit, die jegliche Harmonie schweigen lässt.
Tropfen, der sich zurückzieht, trocknet seine Träne,
und hebt seinen alten Zauber hervor.
Und wo einst Volumen war, ist nun ein Zeichnung,
ein weißes Arabeske, zarte Webung.
Ein mikroskopisches Reich, eine stumme Genialität
von Kristallen, die die Geschichte ruft.
Eine Salzkarte, von Hell und von Schatten,
eingraviert in das Schweigen zwischen tausend Dunkelheiten.