Boot ohne Meer
Ein Boot ohne Meer durchquert die Korridore der nächtlichen U-Bahn.
Sein Rumpf ist Eisen, doch bleibt ein Segel, das an den Füßen der Passagiere streift.
Die Gleise sind ein Strom, das Licht ein künstlicher Mond, der Schatten auf die Sitze zeichnet.
Es gleitet zwischen Schiebetüren und Glasreflexionen, hinterlässt einen Traumspuren.
Die Neon schreien Lichtversprechen an die unsichtbaren Wellen, die hinter den Wänden schlafen.
Jeder Wagen ist ein Segel, offen für den Hauch eines Metallwindes.
Das Boot sucht einen Horizont, der nicht da ist, doch die Nacht hinein trägt.
Und wenn der Morgen kommt, bleibt das Echo des Meeres in den Tunneln.