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Versisognanti

Der gespannte Bogen des Morgenperlens

Am grünen Rand eines gespannten Blattes,
wo der Morgen ruht, sanft und still,
ein Tropfen schwebt, Masse im Halt,
sein zerbrechliches, kristallines Geheimnis.
Kein Tränenfall ist es, kein reiner Stein,
doch ein kurzer Spiegel, von Natur geweiht.

In seinem Kristall, ein Himmel verkehrt,
ein goldner Strahl, ein Grün ohne Maß;
die ganze Umgebung ist gesammelt und aufgelöst,
eine mikroskopische Zeit, die sich vermaß.
Jeder Luftschimmer, ein unsichtbarer Hauch,
ein kühles Echo, flüchtig und doch wach.

Es ist der letzte Augenblick vor dem Sprung,
wo jede Form vibriert und dann verglüht;
eine kurze Beugung, ein winziger Zug,
das Wasser biegt sich, dann löst sich der Knoten aus.
Eine kaum wahrnehmbare, langsame Trennung,
in seinem stummen Gleiten, ohne Bestimmung.

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