Der blinde Puls unter dem Zement
Unter der grauen Rinde, hart und gleichgültig,
wo jeder schnelle Schritt ein Flüstern löscht,
webt eine andere Welt ihr langsames Gewebe,
einen blinden Puls, ein ewiges Gemurmel.
Es sieht kein Licht, hört keinen Wind,
folgt doch dem stummen Ruf der Erde.
Dünn, geduldig, windet sich die Wurzel,
erkundet Ritzen, bricht Schichten des Vergessens.
Sie hat keine Stimme zum Schreien, kaum Kraft
die Mauer zu stürzen, nur ein langsames Verflechten
von Faser und Trotz, ein stilles Begehren,
das die Stille, das harte Siegel zerfrisst.
Und eines Tages steigt vielleicht eine Ader empor,
die Felsen spaltet, die Fassade zerreißt.
Es ist der gedämpfte Gesang desjenigen, der immer drängt,
das Leben, das eine neue Präsenz entdeckt.
Kein plötzlicher Sprung, sondern ein uralter Rhythmus,
das Herz des Bodens, das in den Dachboden steigt.